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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 17.05.2018

"Lehrarzt"-Tätigkeit nicht steuerfrei

Bilden niedergelassene Ärzte angehende Ärzte im Praktischen Jahr aus, indem sie diese bei der täglichen Arbeit begleiten und beobachten, so sind die Einnahmen aus dieser Lehrtätigkeit nicht nach § 3 Nr. 26 EStG steuerbegünstigt. So entschied das Finanzgericht Schleswig-Holstein (Az. 2 K 174/17).

Im vorliegenden Fall nahmen die in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassenen klagenden Ärzte als Lehrärzte an der praktischen Ausbildung von Studierenden der Medizin teil. Grundlage hierfür war eine zwischen der Universität A und der Gemeinschaftspraxis der Kläger abgeschlossene Vereinbarung. Danach wies die Universität den Lehrärzten Studierende zu. Die “Unterrichtung” von Studierenden erfolgte während der normalen Arzttätigkeit in den entsprechenden Räumlichkeiten. Kursgegenstand war das Thema: “Praktisches Jahr der Sektion Medizin der Universität”. Hierfür erhielt die Gemeinschaftspraxis Entgelte. Die Kläger begehrten in voller Höhe die Steuerbefreiung gem. § 3 Nr. 26 EStG. Das Finanzamt war der Ansicht, es liege keine Lehrtätigkeit im Sinne der Vorschrift vor.

Das Finanzgericht verweigerte den Klägern gleichfalls das Steuerprivileg der Lehrtätigkeit. Im Streitfall liege zwar eine Lehrtätigkeit vor, jedoch werde diese nicht, wie § 3 Nr. 26 EStG dies verlange, “nebenberuflich” ausgeübt. Hauptberuf (Arzt in eigener Praxis) und Lehrtätigkeit (praktische Ausbildung von angehenden Ärzten) würden ineinander übergehen und seien inhaltlich, zeitlich und organisatorisch nicht voneinander zu trennen. Mit der Behandlung der Patienten unter Anwesenheit der angehenden Ärzte im Praktischen Jahr werde gleichzeitig Haupt- und Nebenberuf ausgeübt.

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